Presse: TIROLERIN das Magazin

FRAGE: Tirol Seife gibt es seit 2022. Wie ist die Idee entstanden, eine Seifenmanufaktur zu gründen? War das ein langer Gedanke oder ein spontaner Entschluss?
ANTWORT: Die Idee entstand eigentlich schon 2020 – also früher, als viele denken. Zuerst musste ich mich durch Regularien arbeiten: Welche Produkte darf man wie herstellen, was braucht es dafür? Parallel liefen die ersten Produkttests.
Der Ausgangspunkt war die Kerze. Ich bin selbst allergisch auf viele Duftkerzen – die meisten enthalten synthetische Duftstoffe, die mich regelrecht gereizt haben. Also wollten wir etwas schaffen, das besser ist: für den Menschen und für die Natur. Kerzen aus pflanzlichem Rapswachs, Sojawachs oder Bienenwachs, veredelt mit naturreinen ätherischen Ölen. Schon damals war das Nachfüllsystem ein zentraler Bestandteil unserer Philosophie – nicht weil es ein Trend war, sondern weil es für uns selbstverständlich war. So entstand die Kerzenlicht Manufaktur.
Die Seife kam parallel – aus meiner eigenen Geschichte. Mit 14 Jahren hatte ich allergische Reaktionen auf herkömmliche Duschgels und Seifen. Seitdem habe ich nur noch Naturprodukte verwendet und immer wieder selbst hergestellt. Jetzt wollten wir das richtig machen: eine Seife, die wirklich pflegt, schön schäumt und trotzdem zu 100% natürlich ist. Das klingt einfach – ist es aber nicht. Eine Seife aus reinem Olivenöl schäumt kaum. Die Herausforderung war also: cremiger, angenehmer Schaum und gleichzeitig die bestmögliche Pflegewirkung. „Ich muss sagen: Seit ich unsere neuen Seifen verwende, ist meine Haut spürbar weicher und zarter geworden. Das ist eine Rezeptur, die ich mit Herz und Seele entwickelt habe."
2022 kam dann die Entscheidung, Kerzen und Seifen zu trennen. Es war verwirrend für Kunden, wenn uns jemand als „Kerzenlicht" kannte – und dann Seife bekam. Also gründeten wir Tirol Seife. Was könnte treffender sein? Tirol ist Natur – und genau das sind unsere Produkte.

FRAGE: Tirol Seife ist ein Familienbetrieb. Wer genau steckt hinter Tirol Seife? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit als Familie?
ANTWORT: Im Mittelpunkt stehe ich – Edina Szel, Gründerin und Geschäftsführerin. Ich kümmere mich um Einkauf, Kalkulation, Statistiken, Kundenanfragen, Angebote und natürlich um die Produktentwicklung selbst.
Mein Mann ist das zweite tragende Element des Unternehmens. Er ist ein echter Tausendsassa – technisch kann er buchstäblich alles bauen und umsetzen. Jeder unserer Umzüge mit der Manufaktur, jede Erweiterung, jede praktische Lösung in der Produktion – das ist sein Werk.
Wir ergänzen uns auf eine Art, die ich mir kaum besser vorstellen könnte. Ich habe viele – manchmal zu viele – Ideen und bin sehr dynamisch. Er ist mein Gegenpol: ruhig, abwägend, präzise. Und genau das funktioniert. Wir können Pro und Contra abwägen, die besten Entscheidungen treffen und uns kontinuierlich weiterentwickeln.
Und noch etwas, das ich nicht unterschätzen möchte: Wenn der Alltag es erfordert, auch an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten – gibt es keinen Streit darüber. Wir haben dasselbe Ziel, denselben Weg. Die gemeinsamen Pläne verbinden uns – das ist mehr wert, als man vielleicht denkt.
FRAGE: Eure Seifen entstehen nach dem traditionellen Kaltverfahren. Könnt ihr erklären, was das genau bedeutet?
ANTWORT: Beim Kaltverfahren werden pflanzliche Öle und Fette bei niedrigen Temperaturen – nie über 60 Grad – mit Natronlauge verbunden. Dieser schonende Prozess hat einen entscheidenden Vorteil: Die wertvollen Pflegeeigenschaften der verwendeten Öle bleiben erhalten. Olivenöl behält seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften, Sheabutter ihre nährenden Vitamine, ätherische Öle ihre therapeutische Wirkung.
Ein weiterer Vorteil: Das natürliche Glycerin, das bei der Verseifung entsteht, bleibt in der Seife – es wird nicht herausgelöst wie in der Industrieproduktion. Glycerin ist ein natürlicher Feuchtigkeitsspender, der die Haut nach dem Waschen weich und gepflegt hinterlässt.
Das Kaltverfahren braucht Zeit. Aber genau diese Zeit ist es, die den Unterschied macht: zwischen einer Seife, die reinigt, und einer, die pflegt.

FRAGE: Ihr perfektioniert jede Rezeptur so lange, bis sie wirklich überzeugt. Was war bisher die kniffligste Entwicklung?
ANTWORT: Das war eindeutig unser Lippenbalsam in der Papierverpackung.
Die Idee war klar: kein Plastik, kein Drehverschluss aus Kunststoff – sondern eine Papierhülle, die sich von unten herausschieben lässt. Klingt einfach. War es aber nicht. Eine Papierverpackung funktioniert mechanisch völlig anders als eine Plastikdose. Der Balsam musste eine ganz bestimmte Konsistenz haben: fest genug, um sich herausschieben zu lassen, ohne zu brechen – aber weich genug, damit die Pflegeeigenschaften nicht leiden.
Wir haben viele Durchgänge gebraucht. Beim allerletzten Testlauf habe ich von einem einzigen Rohstoff 1% weniger verwendet – und das war der Moment. Diese eine kleine Veränderung hat alles gebracht.
Heute ist unser Lippenbalsam eines unserer meistgefragten Produkte. Manchmal ist es eben das eine Prozent, das zählt.

FRAGE: Palmölfrei, plastikfrei, kleine Chargen — das zieht sich wie ein roter Faden durch euer Unternehmen. Woher kommt dieses Bewusstsein für Nachhaltigkeit?
ANTWORT: Kann man das auch anders machen? – das war meine erste Reaktion auf diese Frage. Und ich meine das ernst: Für mich ist Nachhaltigkeit keine Entscheidung, die ich irgendwann bewusst getroffen habe. Es ist einfach selbstverständlich. Es sitzt tief in mir drin.
Im Produktionsalltag bedeutet das konkret:
- Personalisierte Produkte stellen wir ausschließlich auf Bestellung her. So vermeiden wir Überproduktion.
- Wir haben feste Produktionstage, an denen wir gezielt Ressourcen bündeln.
- Unsere Seifen werden nicht geschnitten, sondern in Formen gegossen – es entsteht kein Produktionsabfall.
- Wir haben enge Beziehungen zu unseren Lieferanten, weil auch beim Einkauf Verlässlichkeit zählt.
- Und manchmal bedeutet Nachhaltigkeit auch: Nein zu sagen – zu Projekten, bei denen wir bei den natürlichen Inhaltsstoffen Abstriche machen müssten. Das ist manchmal unbequem. Aber es ist konsequent.

FRAGE: Ihr arbeitet mit regionalen Zutaten wie Tiroler Waldhonig. Wie kommt man an solche Rohstoffe?
ANTWORT: Mit offenen Augen und der Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt – man muss sie nur finden.
Den Waldhonig habe ich in einem Bauernladen in Bad Häring entdeckt – zufällig, als ich frisch gemolkene Bio-Ziegenmilch abgeholt habe. Frische Rohmilch enthält natürliche Bakterien, die in einem Kosmetikprodukt nichts zu suchen haben – deshalb pasteurisieren wir sie selbst, bevor sie verarbeitet wird. Das ist für uns selbstverständlich, weil wir bei jedem Schritt genau wissen wollen, was in unsere Produkte kommt.
Als ich diesen Honig probiert habe, war sofort klar: Das ist etwas Besonderes. Waldhonig ist für mich flüssiges Gold. Er pflegt, wirkt antibakteriell, und er tut innen wie außen Wundervolles. Inzwischen wissen wir, dass dieser besondere Honig von einem unserer Nachbarn produziert wird – seitdem hole ich ihn einfach zu Fuß ab, wenn wir ein paar Gläser brauchen.

FRAGE: Was wünscht ihr euch für Tirol Seife in den kommenden fünf Jahren?
ANTWORT:
- Die Hotellerie ist ein Bereich, in dem ich noch viel Potenzial sehe. In Hotels entsteht enorm viel Abfall durch Einweg-Amenities. Mit biologisch abbaubaren, nachhaltig produzierten Produkten und durchdachten Verpackungskonzepten lässt sich das grundlegend verändern. Und das Schöne ist: Diese Produkte spiegeln gleichzeitig die Haltung und den Anspruch des Hotels wider.

- Was ich mir darüber hinaus wünsche: Zusammenarbeit. Ich freue mich auf den Moment, in dem ich Fachleute einbinden kann – auf Unternehmens- oder sogar auf staatlicher Ebene – um gemeinsam etwas zu bewegen. Denn ich glaube, viele Menschen wissen gar nicht, was sie täglich in die Hände nehmen. Mit welchen Inhaltsstoffen sie ihre Haut pflegen. Oder was eine wirkliche, ehrliche Alternative wäre.
Denn am Ende ist es nicht nur eine Seife. Es ist die Gesundheit unserer Haut – und unseres Planeten.

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Unsere Philosophie: Die Kraft der Natur in jeder Seife.
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Qualität steht bei uns an erster Stelle. Unser Geheimnis für hervorragende Produkte: Testen, Testen und nochmals Testen. Jede Rezeptur wird so lange verfeinert, bis wir vollständig überzeugt sind.
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